
Hier würde ich den Titel hinschreiben

Line spectrum of stones
Mein Projekt Line spectrum of stones begann auf einer Dreimaster-Segelexpedition in die Arktis rund um Spitzbergen und führte mich weiter nach Hrísey, Snaefellsness and Grímsey. Dort entstanden die ersten sogenannten Abriebzeichnungen, deren Technik von mir selbst entwickelt wurde. Ausgangspunkt des Prozesses ist die gezielte Auswahl einzelner Steine oder Formationen, deren spezifische Charakteristik sich aus einem komplexen Zusammenspiel von Standort, geologischer Beschaffenheit, zeitlicher Transformation durch physikalische Kräfte und Umgebungsbedingungen ergibt.
Die zeichnerische Praxis basiert auf einem direkten, taktilen Kontakt zwischen Körper, Material und Oberfläche: Mittels graphitbeschichtetem Papier wird die Mikrostruktur des Steins in eine lineare Spur übersetzt. Die entstehenden feinen, hellen Linien fungieren dabei als visuelle Indizes einer kinästhetischen Interaktion – als Einschreibungen von Bewegung, die sich über unterschiedliche zeitliche Dimensionen hinweg entfaltet.
Meine täglichen, kleinräumigen Expeditionen führten mich diesmal unter anderem nach Sandafell in Þingeyri/Island, wo sich der Prozess erstmals in serieller Form manifestierte: Anstelle einer einzelnen Arbeit entstand eine Folge von Zeichnungen, die Variationen und Wiederholungen desselben Ortes erfahrbar machen.
Die Arbeit verortet sich im Spannungsfeld grundlegender Phänomene wie Auflösung und Verdichtung, Konzentration und Leere, Dauer, Bewegung und Stille. Sie versteht sich als Versuch, über unser Verhältnis zur Natur zu reflektieren und den Blick für die oft übersehenen materiellen und zeitlichen Dimensionen unserer unmittelbaren Umgebung zu sensibilisieren.










© 2026 Anne Cichos
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